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Ein Wandergrabstein sucht seine Erben
Sie haben es vielleicht schon in der Zeitung gelesen: Aktuell werden immer noch die Erben des Grabsteins des Juristen Johann Heinrich Arnold Sessler (1881-1916) gesucht.
Der Grabstein wurde bei einer Grabauflösung auf dem Bad Nenndorfer Friedhof überraschend unter einem anderen Grabstein gefunden und soll nach Möglichkeit Verwandten des Verstorbenen übergeben werden. Die Übergabe wäre kostenfrei.
Wenn Sie eine Verwandtschaft für möglich halten oder einfach neugierig sind, erfahren Sie hier weitere Details:
Der 34jährige, unverheiratete Johann Heinrich Arnold Sessler wurde am 22. April 1916 bei Verdun schwer verwundet, starb acht Tage später in einem Lazarett im heutigen Bad Cannstatt und wurde auf dem Friedhof in Bad Nenndorf bestattet.
Er war am 19. Oktober 1881 in Vöhl im Kirchenkreis Frankenberg (Hessen) geboren worden. Seine Eltern waren der Pastor und Superintendent Johann Heinrich Adolf Sessler (1850-1914), der von 1901 bis zu seinem Tod Pastor an der Nenndorfer Godehardi-Kirche sein sollte, und die Pastorentochter Katharina Marie Mina Antonie geb. Kammer (1854- nach 1914) aus Vöhl in Hessen. Johann Heinrich Arnold hatte zwei jüngere Schwestern, Anna Louise Bertha (* 1883) und Dorothea Franziska Helene (* 1885). Auf dem einzigen Sohn müssen die ganzen Erwartungen des Vaters geruht haben, die der Sohn offenbar zu erfüllen wusste. Er studierte Jura und wurde Rechtsanwalt in Lüneburg – kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbrach, der all seine Anstrengungen zunichtemachen sollte.
Die Familie des Vaters stammte aus Frankfurt am Main, wo der Großvater, Dr. jur. Johann Heinrich Sessler, Rechtsanwalt gewesen war. Sein ältester Sohn Johann Heinrich Adolf Sessler war am 24. Januar 1850 in Frankfurt geboren worden und war schon mit dreizehn Jahren zur Vollwaise geworden. Seine überlebenden Geschwister, der Kaufmann Johann Arnold Jacob August Sessler (* 1852), nach dem der Neffe seinen Namen erhalten hatte, und die Lehrerin Anna Kunigunde Sessler (* 1853), waren in Frankfurt geblieben.
Die Familie der Mutter stammte aus Vöhl in Hessen. Katharina Marie Mina Antonie geb. Kammer war am 21. Februar 1854 geboren worden und lebte 1914 bei der Beerdigung ihres Ehemannes noch. Ihre Eltern waren der Pfarrer Johann Georg Kammer und seine Ehefrau Huberta Constantine geb. Klingelhöffer, beide 1880 wohnhaft zu Vöhl. Sie hatte mindestens zwei Schwestern: Helene Kammer hatte 1880 den Pastor Carl Eduard Terweg geheiratet. Luise Kammer hatte 1911 Ferdinand Herwig aus Berlin geheiratet.
Die Friedhofsmitarbeiterin Andrea Harmening hütete den Grabstein mehrere Jahre lang, sucht nun aber die Erben dieses ungewöhnlichen Fundstücks. Der Grabstein soll nun ein dauerhaftes Zuhause finden.
Sollten Sie eine Verwandtschaft feststellen können, egal welchen Grades, melden Sie sich bitte bei Andrea Harmening (Andrea.Harmening@nenndorf.de) oder bei mir (rsb-hinrichs@web.de).
Foto vom Grabstein: Andrea Harmening
